Wenn du das Etikett deines Hundefutters studierst und auf Begriffe wie „Eisen(II)-sulfat", „Kupferoxid" oder „Vitamin K3" stößt, solltest du hellhörig werden. Denn was sich nach moderner Wissenschaft anhört, ist in Wahrheit oft ein Problem für den Organismus deines Hundes. Der Schlüssel zu echter Gesundheit liegt nicht in synthetischen Zusätzen, sondern in der Bioverfügbarkeit natürlicher Rohstoffe.
Was bedeutet Bioverfügbarkeit eigentlich?
Bioverfügbarkeit beschreibt, wie gut dein Hund die Nährstoffe aus seinem Futter tatsächlich aufnehmen und verwerten kann. Ein Futter kann auf dem Papier noch so toll aussehen – wenn die enthaltenen Vitamine und Mineralien vom Körper nicht erkannt und absorbiert werden können, nützt dir die beste Deklaration nichts. Und genau hier liegt das Problem mit künstlichen Zusätzen: Sie mögen chemisch dem natürlichen Vorbild ähneln, doch der Körper deines Hundes ist seit Jahrtausenden darauf programmiert, Nährstoffe aus natürlichen Quellen zu verstoffwechseln.
Natürliche Rohstoffe – vom Körper geliebt
Die Natur hat es perfekt eingerichtet: In frischem Fleisch, Innereien, Knochen und pflanzlichen Zutaten kommen Vitamine und Mineralien in ihrer natürlichen Matrix vor. Sie sind eingebettet in Enzyme, Aminosäuren und andere Begleitstoffe, die dem Körper signalisieren: „Hier kommt etwas Gutes!"
Nehmen wir Eisen als Beispiel. In hochwertigem Muskelfleisch und besonders in Leber liegt Eisen in Form von Häm-Eisen vor – eine organische Verbindung, die der Hundekörper spielend leicht aufnehmen kann. Die Resorptionsrate liegt hier bei bis zu 25 Prozent. Künstliches Eisensulfat dagegen wird oft nur zu 5 bis 10 Prozent verwertet, belastet dabei noch die Verdauung und kann sogar Magenprobleme verursachen.
Warum künstliche Vitamine oft durchfallen
Synthetische Vitamine sind isolierte Einzelsubstanzen, die im Labor hergestellt werden. Vitamin E aus der Retorte ist zum Beispiel meist nur Alpha-Tocopherol – natürliches Vitamin E aus Weizenkeimöl oder Nüssen besteht dagegen aus einem ganzen Komplex verschiedener Tocopherole und Tocotrienole, die synergistisch zusammenwirken. Dein Hund kann diese natürliche Vielfalt deutlich besser nutzen.
Ähnlich verhält es sich mit B-Vitaminen: In Hefe, Leber oder Eiern kommen sie in einem natürlichen Verbund vor, der die Aufnahme erleichtert. Künstlich zugesetzte B-Vitamine können dagegen schnell zu Ungleichgewichten führen, wenn ein Vitamin isoliert überdosiert wird, während andere fehlen.
Die verborgenen Mängel trotz „vollständiger" Deklaration
Hier wird es spannend: Viele Hundefutter erfüllen auf dem Papier alle Anforderungen der Futtermittelverordnung. Doch wenn die Nährstoffe nicht bioverfügbar sind, können trotzdem Mangelerscheinungen auftreten. Dein Hund bekommt zwar rechnerisch genug Zink, Selen oder Vitamin D – aber sein Körper kann damit nichts anfangen, weil die synthetische Form nicht erkannt wird oder Konkurrenzreaktionen mit anderen künstlichen Zusätzen stattfinden.
Die Folge? Stumpfes Fell, Hautprobleme, schwaches Immunsystem, Verdauungsstörungen oder Energiemangel – und das, obwohl das Futter teuer war und „alles drin" sein sollte.
Worauf du bei der Futterauswahl achten solltest
Schau dir die Zutatenliste genau an. Hochwertiges Hundefutter setzt auf natürliche Nährstoffquellen: frisches oder schonend getrocknetes Fleisch, Innereien wie Leber und Herz, Knochen oder Knochenpulver, hochwertige Öle und ausgewählte Gemüse- und Obstsorten. Diese Zutaten liefern alles, was dein Hund braucht – in der Form, die sein Körper seit jeher kennt.
Misstrauisch solltest du werden, wenn die Zutatenliste gespickt ist mit chemischen Bezeichnungen wie Kupfersulfat, Natriumselenit, synthetischem Vitamin K3 (Menadion) oder künstlichen Aromastoffen. Diese Stoffe signalisieren dir, dass hier nachträglich „aufgepeppt" wurde, weil die Grundzutaten nicht ausreichen.
Fazit: Die Natur als Vorbild
Dein Hund ist kein Chemielabor. Sein Organismus funktioniert am besten, wenn er das bekommt, was die Natur vorgibt: vollwertige, natürliche Rohstoffe mit hoher Bioverfügbarkeit. Künstliches Schnick Schnack mag billig in der Produktion sein, doch die Rechnung zahlst du später – mit der Gesundheit deines Vierbeiners. Setze auf Qualität statt auf Chemie, dann gibst du deinem Hund die beste Grundlage für ein langes, vitales Leben.